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In neue Rollen schlüpfen: Erasmus+ Austausch mit Nort-sur-Erdre

Wie fühlt es sich an, plötzlich Teil einer anderen Familie in einem anderen Land zu sein? Genau das durften wir, 9 Schüler und eine Schülerin der 9. und 10. Klassen des Gymnasiums und der Realschule, bei unserem Schüleraustausch im Mai 2025 nach Nort-sur-Erdre erleben. Begleitet wurden wir von unseren Lehrerinnen Frau Durand und Frau Bitzer.

An unserem ersten Tag in der Schule starteten wir mit einem kleinen Willkommensfrühstück. Anschließend ging es auf eine Fotorallye durch Nort-sur-Erdre, damit wir Deutschen den überschaubaren Ort etwas besser kennenlernen.

Das Wochenende nutzten einige für einen Ausflug nach Nantes. Dort besichtigten wir unter anderem den „Grand Éléphant“, eine riesige, bewegliche Elefanten-Skulptur aus Holz und Stahl. Er ist ganze 12 Meter hoch und wiegt etwa 50 Tonnen. Besonders lustig war es, wenn der Elefant mit seinem Rüssel Wasser spritzte, da er die Kinder damit ordentlich nass machte.

In der neuen Woche durften wir unseren eigenen Kurzfilm drehen. Von der Idee über die Regie bis zur Kameraarbeit schnupperten wir überall hinein und tobten uns voll aus. Wir schlüpften in die Rollen als Schauspieler, Kameraleute, Tontechniker oder Regisseur. Wir lernten auch, wie eine professionelle Filmklappe funktioniert und warum es beim Dreh Rolling für die Kamera und Speed für den Ton heißt – Überbleibsel aus alten Zeiten. Nach zwei Tagen Produktion wurde unser Film am Dienstagabend im Kino von Nort-sur-Erdre präsentiert und kann hier angesehen werden.

Am letzten Tag vor unserer Abreise besuchten wir die historische Stadt Guérande mit einer wunderschönen Altstadt sowie die bekannten Salzfelder der Region. Dort wird seit Jahrhunderten auf traditionelle Weise Meersalz gewonnen.

Anschließend führt uns der Weg zum Hafen von La Turballe, wo einige ihre Füße in den kalten Ozean streckten.

Der Austausch war für uns alle eine besondere Erfahrung, die wir nicht so schnell vergessen werden. Wir haben nicht nur unsere Sprachkenntnisse verbessert, sondern neue Menschen kennen gelernt und Frankreich aus einer ganz persönlichen Perspektive erlebt.

Bereits im März 2025 besuchten uns unsere französischen Freunde in Mainz. Unser Programm startete in der Kirche St. Stephan, wo uns Herr Pfarrer Busch herzlich empfing.

Danach wurden wir im Mainzer Bürgerhaus begrüßt. Dezernent Eckard Lensch vertrat unseren Bürgermeister und erzählte den Franzosen etwas über die Mainzer Geschichte auf Französisch. Danach haben wir eine Stadtrallye gemacht, bei der die Franzosen Mainz besser kennenlernen konnten. Als Abschluss für den ersten Tag waren wir zusammen ein Eis essen. Montags durften die Franzosen den Unterricht der deutschen Partner kennenlernen. Am Nachmittag haben wir gemeinsam mit Herr Speck für Obdachlose gekocht.

Dienstag haben wir uns alle am Bahnhof getroffen, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Mittelrheintal zu gelangen, wo wir die Burg „Rheinstein“ und die Stadt Bingen besichtigt haben. In den Folgetagen standen für die französische Gruppe neben dem Besuch des Unterrichts auch eine Besichtigung des Doms mit einem Workshop zum mittelalterlichen Schreiben sowie der Besuch des Isis-Tempels auf dem Programm.

Es war eine schöne Zeit, in der wir Deutschen den französischen Partnern einen Teil unserer deutschen Kultur zeigen durften.

Paula Lührs, Jonathan Menzel und Timo Dorn

Geschrieben am in