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Gesundheit macht Schule – Schule macht Gesundheit

Studientag zum Thema „Gesundheit“ am Willigis mit acht verschiedenen Workshops

Um es vorweg zu sagen: Das Pilotprojekt für kirchliche Schulen und Institutionen im Bistum zum Thema „Gesundheitsprävention“ war eine bestens organisierte Veranstaltung mit an den Interessen des Kollegiums ausgerichteten Themen, mit sehr guten Referenten und einer vorbildlichen Organisation. Man ist geneigt, von einem „Lehrergesundheits-Kongress“ zu sprechen angesichts des vielfältigen Angebots und umfangreichen Programms, das die Kollegen Britta Steinhoff und Peter Sikora als Verteter der Mitarbeitervertretung (MAV) des Bischöflichen Willigis-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen zusammengestellt hatten. Mit im Boot waren die Stabsstelle Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Bischöflichen Ordinariat, die Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG), die Landeszentrale für Umweltaufklärung, das Institut für Lehrerfort- und weiterbildung (ILF), der Berufsgenossenschaftliche Arbeitsmedizinische und Sicherheitstechnische Dienst (B.A.D.) sowie insbesondere die BARMER, die die Veranstaltung sowohl inhaltlich als auch pekuniär ganz wesentlich geprägt und finanziert hat.

Die Sinnhaftigkeit, das Thema „Lehrergesundheit“ anzupacken, ist wohl unbestritten: Das (Vor-)Urteil vom „unberechtigt jammernden Lehrer“ sollte wohl niemand mehr ernst nehmen. In seinen Einführungsworten wies Schulleiter Dr. Roman Riedel darauf hin, dass Schule nicht „der vermeintlich paradiesische Arbeitsplatz ist, an dem alle sich in ständigen Ferien weitab jeder harten Realität befinden. Ganz im Gegenteil: Wenn Kolleginnen und Kollegen von den nächsten Ferien sprechen, dann wegen der außergewöhnlich hohen Belastungen, denen sie tagtäglich ausgesetzt sind und für die sie sich im Urlaub Kompensation erhoffen. Schule zählt, wie zahlreiche Untersuchungen erwiesen haben, zu den härtesten Arbeitsplätzen dieses Landes.“ Um dann mit dem Satz zu enden: „Hilfe beginnt – wie so oft – mit der Selbsthilfe. Dazu wird uns der heutige Tag eine Reihe von Ideen vermitteln.“

Einen sehr treffenden Text, der deutlich machte, dass die Balance zwischen Belastung und Besinnung kein modernes Phänomen ist, hatte Pfarrer Dr. Volker Busch als Impuls ausgewählt: einen Brief von Bernhard von Clairvaux an seinen früheren Mönch Papst Eugen III. „Wenn du dein ganzes Leben und Erleben völlig ins Tätigsein verlegst und keinen Raum mehr für Besinnung vorsiehst, soll ich dich da loben? (…) Denk also daran: Gönne dich dir selbst. Ich sag nicht: Tu das immer, ich sage nicht: Tu das oft, aber ich sage: Tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.“

In seinem sehr kurzweiligen Einführungsreferat „Gesundheitsförderung an Schulen“ griff Johann Kwon (B·A·D Bonn) die Worte Clairvauxs auf, bei sich selbst zu sein, zur Besinnung zu kommen, dabei aber auch „in Aktivität und Bewegung zu gehen.“ Mit Metaphern aus der Finanzwelt beschrieb Kwon die Gesundheit als Konto, in das der Einzelne investieren müsse, um Körper und Geist leistungsfähig zu halten. Vorsätze, mit Bewegung, Training, gesunder Ernährung, Entspannungsübungen etc. eine Balance zwischen Beanspruchung und Erholung zu erreichen, Krankheiten vorzubeugen und sie zu reduzieren, seien sehr häufig zum Scheitern verurteilt. Der Grund: Mit einem Vorsatz intendierte Ziele seien mit dem Verstand gemacht, das emotionale Erfahrungsgedächtnis aber siege im Hier und Jetzt über den Verstand, weil es viel dominanter sei. Um eine Balance zu erreichen zwischen Verstand und Emotion bedürfe es einer Antwort auf die Fragen: Wozu mache ich das? Wozu lohnt es sich, Anstrengungen zu unternehmen? Womit werde ich belohnt? „Setzen Sie sich kleine Ziele; schaffen Sie sich ein ganz konkretes Bild, das Sie bei Ihrem Vorsatz begleitet.“

Die über den gesamten Tag verteilten Workshops wurden vom Kollegium dankend angenommen. So gab es einen Workshop stretch@work mit gezielten Dehnübungen und Massagen zur Entspannung der Muskeln und Faszien, die auch am Arbeitsplatz leicht durchzuführen sind.
Der Zusammenhang von Stress und Schlafbeschwerden sowie die Wichtigkeit der Schlafhygiene wurden in Schlaf dich gesund thematisiert – mit praktischen Tipps zum Ausgleich im Alltag und für einen gesünderen Schlaf. Die Nervenzellen wurden in Brainfit stimuliert. Das Gehirn, die menschliche Festplatte ist belastbar ohne Ende – vorausgesetzt die grauen Zellen werden ständig trainiert. Durch kleine Koordinations- und Bewegungsübungen sollen die Nervenzellen stimuliert und das Gehirn mit frischem Sauerstoff versorgt werden. Langfristig sorgt Bewegung für die Neubildung kleiner Blutgefäße im Gehirn. Das bedeutet eine bessere Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Folge: Mit Bewegung kann man sich schneller, leichter und besser auf geistige Anforderungen einstellen.
10 Mythen über Stress, klassisches und chaotisches Zeitmanagement wurden im gleichnamigen Workshop erörtert.
Sehr gut besucht waren die zweifach angebotenen Workshops zur Stimmbildung. Wie bekomme ich eine gesunde und widerstandsfähige Stimme? Wie hängen die Grundlagen der Stimmfunktion zusammen mit Körperhaltung, Atmung und Artikulation? Anhand vieler praktischer Übungen hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, mit ihrer Stimme zu experimentieren und auszuprobieren, wie sie ihren Stimmklang durch den Einsatz von Techniken verändern können.

In der Sporthalle und unterhalb der Mensa war ein Gesundheitsmarkt aufgebaut. An Ständen der anwesenden Unternehmen und Institutionen informierte sich das Kollegium über verschiedene Themen und ließ sich nach vorheriger Anmeldung auch individuell beraten: Im Außenbereich hatte Rheinland-Pfalz isst besser seinen Info-Kochbus aufgebaut, um zu demonstrieren, dass Essen weit mehr ist als gesunde Ernährung, dass Essen ein Stück Kultur ist. Bedeutung und Wert der Lebensmittel, der Ernährung wurde näher gebracht. Es wurde für die Verwendung regionaler und biologisch erzeugter Produkte geworben. Informationen zu gesunder und leckerer Ernährung sowie Tipps vom Einkauf bis zum Konservieren von Lebensmitteln vermittelt. Weitere Info-Stände der Verwaltungsberufsgenossenschaft (VBG/gesetzliche Unfallversicherung), der Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik (BAD), der Stabsstelle Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (Bistum Mainz) sowie des schuleigenen Sportvereins FKS Willigis e.V. trugen dazu bei, dass aus einem „einfachen Studientag“ eben ein Lehrergesundheits-Kongress wurde.

Im abschließenden Plenum wurde allen Mitveranstaltern und Mitorganisatoren ganz herzlich gedankt für die sehr gelungene und unproblematische Kooperation. Ein besonders großes Lob verdiente sich dabei die BARMER, die am Gelingen dieser Veranstaltung einen Löwenanteil hatte. Die Schulleitung ergänzte die vielen Komplimente, die Britta Steinhoff und Peter Sikora für eine professionelle Ausgestaltung und Organisation des „Kongresses“ auch aus dem Kreis des Kollegiums erhielten, durch einen Gutschein vom „Wohlfühl-Italiener“.

Michael Kuntz, stv. Schulleiter

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