ERASMUS +: Ein ehrenvoller Auftritt beim Gedenktag in Frankreich
Deutsche Übersetzung des Artikels aus:
Vosges Matin, am Samstag, 9. Mai 2026 (siehe unten)
Deutsche Schüler nehmen am 8. Mai teil – „eine große Ehre“
Von Heidi Joffroy
Anlässlich der Zeremonie zum 8. Mai, die in diesem Jahr vor der Mediathek im Herzen des Maxonrupt-Viertels in Remiremont stattgefunden hat, haben auch zwölf Schüler aus Mainz, Deutschland, das Wort ergriffen. Die Schüler, die im Rahmen eines Schulaustausches anwesend waren, haben eine Botschaft der Freundschaft zwischen den Völkern vermittelt.
Weiße Hemden, Krawatte in der Farbe ihrer Schule und französische Flagge in der Hand: Diese Erfahrung werden die zwölf Schüler aus Mainz, Deutschland, nie vergessen. Diese Jugendlichen haben an der Zeremonie zum 8. Mai teilgenommen, die auf dem Platz von Maxonrupt in Remiremont stattgefunden hat.
Vor den örtlichen Abgeordneten, den offiziellen Vertretern der Stadt und des Departements, der Feuerwehr und den Vertretern der Polizei und des Staates, haben die deutschen Schüler auf Französisch eine Botschaft des Friedens vermittelt.
„Dort, wo sich unsere Vorfahren gegenseitig getötet haben, ist es ein schönes Zeichen der Versöhnung, eine Delegation aus Deutschland zu begrüßen. Das ist in der Geschichte der Feierlichkeiten zum 8. Mai einzigartig.“, betont der Bürgermeister, Jean-Benoît Tisserand. Die Jugendlichen, die von zwei Lehrern begleitet werden, verbringen im Rahmen von ERASMUS+ eine Woche gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Collège Saint-Joseph am Ensemble scolaire du Saint-Mont.
Anlässlich der Zeremonie haben die Schüler ihre Schuluniform angelegt, um nacheinander vor der zahlreichen Zuhörerschaft, bestehend aus offiziellen Vertretern, aber auch aus vielen Familien, der örtlichen Pfadfindergruppe und weiteren örtlichen Vereinen und vor allem vor vielen Jugendlichen, gemeinsam eine Rede zu halten.
„Diese Freundschaft erfordert Anstrengungen“
„Wir wollten alle aus Neugier Französisch lernen – Neugier auf die Sprache, das Land und die Kultur – und vor allem, um Franzosen kennenlernen zu können. Nach jahrhundertelangen Konflikten haben sich Frankreich und Deutschland dank ihrer visionären Staatsoberhäupter Charles de Gaulle und Konrad Adenauer versöhnt. Diese Versöhnung war die Grundlage für die Zusammenarbeit in vielen Bereichen, angefangen von der Wirtschaft bis hin zur Kultur. Heute haben Frankreich und Deutschland viele gemeinsame Projekte innerhalb der Europäischen Union und tragen somit zur Stabilität und zum Wohlstand unseres Kontinents bei. Wir, die wir den Krieg nicht erlebt haben, ziehen den Nutzen aus dieser Freundschaft und arbeiten weiterhin daran, durch Austausche oder Programme wie ERASMUS+ Verbindungen aufzubauen und zu stärken. Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass diese Freundschaft auch ständige Anstrengungen erfordert, damit sie erhalten bleibt.“, warnen die Jugendlichen, die ihre Rede vorab mit der Hilfe von Patricia Rehm-Grätzel, Deutsch – und Französisch-Lehrerin, und Norbert Krams, Musik- und Biologie-Lehrer, vorbereitet haben.
„Es ist für uns eine große Ehre, heute hier teilnehmen zu dürfen. In Deutschland ist der 8. Mai ein Tag wie jeder andere, aber seit 1996 ist der 27. Januar zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus‘ erklärt worden. Aber dieser wird nicht so gefeiert wie der 8. Mai in Frankreich. Hier ist es eine kulturelle Besonderheit, die man kennenlernen muss. Das ist außergewöhnlich.“, sagt Patricia Rehm-Grätzel. Der 27.1., an dem der Opfer des Nationalsozialismus‘ gedacht wird, wurde von der UNO, der Organisation der Vereinten Nationen, gewählt. Er ist ein internationaler Gedenktag für die Opfer der Shoah. Die Zeremonie am 8. Mai ging anschließend am Denkmal des gefallenen Soldaten und am Militärfriedhof weiter.
