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ERASMUS+: Mein Sozialpraktikum in Ljubljana

Im Rahmen meines Sozialpraktikums habe ich im Juni mehrere Wochen im Vrtec Dobrega Pastirja verbracht, dem Kindergarten des Zavod sv. Stanislava in Ljubljana-Šentvid, Slowenien, bei dem ich für die 5-6 jährigen zuständig war. Rückblickend zählt diese Zeit zu den prägendsten Erfahrungen meiner bisherigen Schulzeit.

Als ich am ersten Tag den Weg zum Kindergarten aufnahm, war ich gespannt, aber auch etwas unsicher: Wie würde die Verständigung funktionieren, wenn kaum jemand Deutsch spricht? Diese Sorge legte sich jedoch sofort. Die Erzieherinnen nahmen mich sehr herzlich auf, und sobald ich den Kindergarten betrat, kamen einige Kinder neugierig auf mich zu. Die Kinder schlossen mich so ziemlich direkt ins Herz, da ich neben dem hauseigenen Pfarrer, der den Kindergarten einmal pro Woche besuchen kam, die einzige männliche Person im Kindergarten war.

Die Verständigung lief hauptsächlich auf Englisch, manchmal auf Slowenisch – und regelmäßig auch auf kroatisch, da dies meine Muttersprache ist und gleichzeitig wegen der sprachlichen Nähe zum Slowenischen half. Durch Unterstützung von Gestik, Mimik und viel Geduld funktionierte die Kommunikation trotzdem erstaunlich gut. Während meiner Zeit im Kindergarten habe ich festgestellt: Man
brauchte keine perfekte gemeinsame Sprache, um sich zu verstehen- gerade Kinder finden oft eigene, kreative Wege der Verständigung.

Mein Tag begann immer mit dem Morgenkreis, gefolgt von sich jeden Tag ändernden Spielaktivitäten, wie z.B. einem Ausflug in den Wald oder dem Besuch des hauseigenen Pfarrers. Es beeindruckte mich sehr, wie viel Mühe sich die Erzieherinnen gaben den Kindern jeden Tag etwas Neues zu bieten. Außerdem hatten wir gemeinsame Mahlzeiten sowie viel Zeit im Freien. Besonders gerne haben mich die Kinder
beim Ballspielen dabeigehabt – ich wurde schnell als „Verstärkung“ beim Fußballspielen eingeplant, und genau das war für mich das persönliche Highlight. Ich verspürte sehr schnell während meines Aufenthalts eine Bindung zu den Kindern und kannte bereits nach wenigen Tagen fast alle Namen sowie die Charaktereigenschaften des jeweiligen Kindes.

Das Praktikum hat mir gezeigt, wie viel Verantwortung, Geduld und Kreativität die Arbeit mit kleinen Kindern erfordert – und wie viel Freude sie gleichzeitig macht. Ich habe gelernt, Emotionen von Kindern zu erkennen, aufmerksam zu beobachten und auch ohne perfekte Sprachkenntnisse Vertrauen aufzubauen. Vor allem aber nehme ich die Herzlichkeit mit, mit der ich im Kindergarten aufgenommen wurde. Am letzten Tag fiel mir der Abschied nicht leicht. Die Kinder und Erzieherinnen hatten mir eine kleine Überraschung vorbereitet, und ich habe versprochen, die Zeit im Vrtec Dobrega Pastirja in guter Erinnerung zu behalten und sogar für einen Besuch wiederzukehren – ein Versprechen, das ich gerne halte.

Zuletzt möchte ich noch ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten im Kindergarten aussprechen,
sowie an meine Schule: Das Willigis-Gymnasium und meine Betreuerin Frau Dr. Rehm-Grätzel, die mich
während meines Aufenthalts unterstütze und auch besuchte.

Zu guter Letzt noch ein großes Dankeschön an meine Gastfamilie, bei der ich während meiner Zeit im Sozialpraktikum untergebracht war, die aus sieben Personen und einem Hund bestand. Die Familie lebte in einem sehr familiären, ländlich geprägten Ort etwa 40 Minuten von Ljubljana entfernt und hat mich von Anfang an herzlich in ihren Alltag aufgenommen. Alle Familienmitglieder waren unglaublich fleißig –
gemeinsam haben wir mehrere Ausflüge in die Umgebung unternommen, bei denen ich viel über die Region und die slowenische Kultur gelernt habe. Besonders beeindruckt hat mich, wie die Familie neben ihren eigentlichen Berufen noch ihr Haus samt den dazugehörigen zehn Hektar Land bewirtschaftete – und obendrein ein eigenes Unternehmen zur Herstellung von Biomasse betrieb: Aus Holzhackschnitzeln
wurde Energie gewonnen, mit der ein Teil des Ortes beheizt wird. Dieser Einblick in ein so arbeitsreiches und zugleich bodenständiges Familienleben hat mir gezeigt, wie viel Fleiß und Organisation hinter einem
funktionierenden ländlichen Betrieb steckt.

Ernest Kasaj, Jg. 11

 

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