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80 Jahre Reichspogromnacht- Erinnerung sichtbar machen

Wettbewerb: „80 Jahre Reichspogromnacht- Erinnerung sichtbar machen“ – ein vielgelobter Videobeitrag unserer Schüler

Was weißt Du über die Reichspogromnacht? Nicht viel? Daran wollen wir durch unsere Teilnahme an dem Wettbewerb „80 Jahre Reichspogromnacht- Erinnerung sichtbar machen“, ausgeschrieben von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet, etwas ändern. Geschehenes soll nicht vergessen werden, sondern mahnend in Erinnerung bleiben. Damit das verwirklicht werden kann, recherchieren wir über die Ereignisse, die vom 9. auf den 10. November 1938 hier in Mainz stattgefunden haben. Über die Nacht, in der Synagogen brannten, jüdische Geschäfte geplündert, Juden verhaftet und getötet wurden.
Denn Geschichte lässt sich doch am besten in unserer eigenen Umgebung begreifen. Durch eine spannende, aber zugleich lehrreiche Gestaltung unseres Videobeitrags wollen wir Euer Interesse für Geschichte wecken. Vorab könnt Ihr jetzt schon Eindrücke von unserer Arbeit bekommen und den Teaser zu unserem Projekt anschauen.
(Franziska Kißener, Frederic Farhat, Simon Leoff, Matthias Nick)

 

SWR aktuell

Mainz 80 Jahre Reichspogromnacht Mainzer Synagoge

In der neuen Mainzer Synagoge sind erste Beiträge eines Schülerwettbewerbs zum 80-jährigen Gedenken an die Reichspogromnacht vorgestellt worden. Das bischöfliche Willigis-Gymnasium hat für den Wettbewerb einen Film mit vielen Interviews gedreht. Bis jetzt beteiligen sich vier Mainzer Schulen an dem Wettbewerb, der von der Zentrale für Unterrichtsmedien ausgerichtet wird. Der Wettbewerb läuft noch bis Ende September.

Bericht in der AZ: Erinnerung an Naziverbrechen

Bei der Vorstellung des Schülerwettbewerbs „Erinnerung sichtbar machen – 80 Jahre Reichspogromnacht 2018“ in der Mainzer Synagoge: Jugendliche sollen sich mit dem Smartphone auf die Reise in die dunkelste Zeit deutscher Vergangenheit machen können. Foto: hbz / judith Wallerius

Von Heiko Beckert

WETTBEWERB  Judenvernichtung soll an Wohnorten per Smartphone erlebbar werden

MAINZ – Jugendliche, die sich mit Smartphone und Computer auf eine Reise in die dunkelste Zeit der deutschen Vergangenheit begeben, um dabei etwas fürs Leben mitzunehmen. So kann wohl der bundesweite Schülerwettbewerb „Erinnerung sichtbar machen: 80 Jahre Reichspogromnacht 2018“ zusammengefasst werden. „Wir versuchen, Schüler dort abzuholen, wo sie stehen“, erläuterte Professor Karl-Friedrich Fischbach von der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet, der das Projekt gemeinsam mit dem früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Gerster ins Leben gerufen hat, bei der offiziellen Vorstellung des Vorhabens in der Neuen Synagoge.
Ziel ist es, dass sich Schüler mit der Geschichte des Dritten Reichs und der Judenvernichtung an ihren jeweiligen Wohnorten auseinandersetzen, dass sie selbst Geschehnisse und Hintergründe recherchieren und dann mit moderner Technik aufbereiten. Später sollen andere dies am Computer oder mit der Smartphone-App Future History nachvollziehen können. Diese Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus könne Jugendliche immun machen gegen den neuerlich aufblühenden Antisemitismus rechtsextremer und fundamentalistischer Spielart, betonte Fischbach.
Bisher nehmen an dem Wettbewerb 17 Schulen aus sechs Bundesländern teil – darunter aus Mainz die Maria Ward-Schule, das Schloss-, das Willigis– und das Rabanus-Maurus-Gymnasium. Einsendeschluss für die Teilnehmer ist der 30. September.
Dass der Wettbewerb, dessen Schirmherr er ist, zur rechten Zeit kommt, glaubt Johannes Gerster. „Die Nazis werden frecher“, sagte er am Rande der Veranstaltung, die von der jüdischen Gemeinde und der Konrad-Adenauer-Stiftung mitorganisiert wurde. Mittlerweile wagten sich Rechtsextreme mit Aussagen an die Öffentlichkeit, die vor Kurzem noch unsagbar gewesen wären. Und es bleibt nicht bei Worten. Allein von Januar bis August 2017 habe es in Deutschland 681 antisemitische Straftaten gegeben, sagte Fischbach. 92 Prozent der Täter waren ihm zufolge deutsche Staatsbürger.
Woran eine Schülergruppe des Willigis-Gymnasiums derzeit arbeitet, berichtete der Lehrer Claus-Christian Speck gemeinsam mit vier Jugendlichen. Die Jugendlichen drehen an einem Film mit Mainzer Zeitzeugen. Eine Hauptrolle spielt dabei eine Tora, die dem Priesterseminar übergeben wurde, um sie vor den Nazis zu retten. „Viel Fleiß und Herzblut sind bisher in unser Filmprojekt „Erinnerung sichtbar machen“ geflossen“, verriet Speck.
Vielleicht könne der Wettbewerb auch die „zerstörte Kultur“ und die „verlorene Lebendigkeit“ der damaligen jüdischen Gemeinschaft zumindest ein kleines Stück weit zurückbringen, hofft der Mainzer Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky. Die kreative Herangehensweise des Projekts gehe „über eine bloße Erinnerungsarbeit hinaus“, meint er.

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