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Tablet-Klassen

Seit dem Schuljahr 2005/2006 gibt es am Bischöflichen Willigis-Gymnasium Klassen, in denen alle Schüler mit einem persönlichen digitalen Medium ausgestattet sind. Waren dies zunächst Notebooks und später auch Netbooks, so sind dies heute Tablets. Zu Beginn der Mittelstufe können sich Schüler und Eltern für dieses Konzept entscheiden. Es wird dann pro Jahrgang eine Tablet-Klasse eingerichtet. Die Eltern erwerben dazu das Gerät und stellen es ihren Söhnen zur Verfügung. Für die Anschaffung muss man bei einem Neugerät mit ca. 430 Euro rechnen. Eine Erweiterung der Garantie sollte man erwägen. Aus dem persönlichen Besitz entsteht bei den Schülern ein hohes Verantwortungsbewusstsein für den Umgang mit dem Gerät. Das Tablet kommt in fast allen Unterrichtsfächern zum Einsatz (mit Ausnahme der 2. Fremdsprache und Sport). Dabei entscheiden die Lehrkräfte, auf welche Weise und in welchem Umfang sie das Tablet einsetzen wollen. Grundsätzlich kommt das Tablet nur da zum Einsatz, wo ein Mehrwert gegenüber konventionellem Unterricht erkennbar wird. Die Lehrpläne der Fächer werden selbstverständlich weiter eingehalten, ebenso alle anderen schulrechtlichen Bestimmungen. Schriftliche Überprüfungen erfolgen weiter wie bisher „händisch“. Für den Einsatz der Tablets stellt die Schule die notwendige technische Einrichtung wie z.B. Internetzugang, Smartboard, Aufbewahrungs- und Lademöglichkeiten bereit.

Der Übergang zu den Tablets hat eine Reihe positiver Effekte: Die Geräte sind im Unterricht praktisch sofort einsatzbereit und halten unschwer einen Schultag mit einer Akku-Ladung durch. Die verwendete Software (Apps) ist zum Großteil kostenlos oder sehr kostengünstig. Tablets sind auch in der Anschaffung günstiger als Notebooks. Die Entscheidung für die Produktlinie eines Herstellers lässt den gleichzeitigen Einsatz verschiedener Generationen von Geräten, also auch von schon vorhanden Alt- oder Gebrauchtgeräten, zu und hat zudem den Aufbau der Infrastruktur wie den Support erheblich vereinfacht. Die Bedienung der Tablets wie der Apps stellt die Schüler vor weniger Probleme als die Verwendung herkömmlicher, für die Büroanwendung durch Erwachsene konzipierte Geräte und Programme.

Was sind die Vorteile eines Tablet gestützten Unterrichts?

Wir beobachten eine Verbesserung der unterrichtlichen wie außerunterrichtlichen schulischen Kommunikation und Interaktion. Die verwendeten Programme fördern in den angebotenen Simulationen die Entwicklung der Fähigkeiten zum problemlösenden Denken. Wir sehen weiter einen Zuwachs an Möglichkeiten zu einer binnendifferenzierten Förderung der Schüler durch gezielte, auch außerunterrichtliche Arbeitsaufträge und Materialien wie zu einem vermehrten Einsatz von fächerverbindendem bzw. fachübergreifendem Unterricht, der jederzeit auf die gespeicherten Arbeitsergebnisse aller Fächer zugreifen kann. Dazu trägt auch die Verfügbarkeit des Mediums für jeden zu jedem Zeitpunkt bei. Das Gerät eignet sich weiter zur Einführung und Einübung in selbst organisiertes Lernen. Die hohe Affinität des technischen Mediums Tablet zur psychischen Entwicklung und Disposition von Jungen stellt einen wichtigen motivationalen Faktor dar. Der zielorientierte Gebrauch eines komplexen digitalen Werkzeugs in der Verbindung von schulischer und privater Nutzung scheint uns weiter eine sinnvolle Einübung und Erweiterung der Mediennutzungskompetenz und notwendige Vorbereitung auf eine nahe Zukunft.

Die Sorge, durch das Tablet würden andere wesentliche Kompetenzen nicht ausgebildet, ist unbegründet. Selbstverständlich gelten weiter die staatlichen Lehrpläne mit ihren Bildungsstandards und Lernzielen, auf die sich die für G8GTS-Modell von der Schule erarbeiteten Arbeitspläne stützen. Das Tablet wird gezielt (zeitlich, thematisch) in den Fächern eingesetzt, d.h. traditioneller Unterricht mit den klassischen Unterrichtsmedien Tafel, Heft und Lehrbuch und Tablet gestützter Unterricht wechseln sich ab. Eine Übung der Lese-, Schreib- und Zeichenfertigkeit findet weiter und im selben Umfang statt. Klassenarbeiten und schriftliche Überprüfungen werden weiter ohne Tablet geschrieben. Lehrbücher werden weiter im Unterricht genutzt, denn noch immer stellen die Schulbuchverlage nur restriktiv digitalisiertes Material bereit. Gegen Ende der Mittelstufe gewinnen Tablet gestützte Formen der Aufzeichnung und Präsentation dann zunehmend an Bedeutung.

Aber auch das muss man wissen: Das Tablet macht Schule und Unterricht nicht grundsätzich einfacher. Die Schüler müssen sich mit einem neuen Medium, einer nicht immer altersgerechten Software, anderen Aufgabenstellungen und einer höheren Verantwortung auseinandersetzen. Das braucht auch Zeit, Einsatz und Disziplin. Ein Tablet kompensiert nicht automatisch Schwächen in Wissen und Lernen, kann aber beim Erwerb von Wissen, Methoden und Kompetenzen hilfreich sein.